Wat‘ is‘ e‘ ‚ne Lochkart‘?

Die jüngeren Leser unter Euch kennen das Wort „Lochkarte“ vielleicht nur vom Hören oder überhaupt nicht. Die etwas „älteren“ vielleicht schon eher.

Nun, ich bin zu einer Zeit mit der EDV – neudeutsch IT – in Berührung gekommen, als anstatt der heutigen Computer noch diese Lochkarten im Einsatz waren. Es gab damals weder Bildschirme noch kompakte PC’s, geschweige denn „Laptops“, Handys und all dieser neumodische Kram ;-)

Damals – historisch gesehen noch nicht einmal sehr lange her – „funktionierte“ EDV noch etwas anders:

Der  PC stand erst in den Startlöchern und die EDV wurde von riesigen Rechnersystemen beherrscht. Ausgestattet mit Magnetbandmaschinen und eben den Lochkarten. Festplatten waren noch Mangelware und wenn es sie gab, waren es gigantisch große Teile mit kaum Speicherkapazität. Für das Drucken wurden große und ziemlich laute Kettendrucker verwendet. Tintenstrahl, Laser kannte kein Mensch.

Nun, was war der Zweck dieser Lochkarten? Lochkarten wurden immer dann eingesetzt, wenn wiederkehrende Abläufe automatisiert werden sollten oder Informationen transportabel benötigt wurden. Die Lochkarten an sich gibt es schon sehr lange. Man denke nur an alte Spielorgeln, die über solche Lochkarten Lieder abspielen konnten. Die Noteninformationen sind als Löcher eingestanzt und werden über Nadeln abgetastet und erzeugen dann in der Regel über eine Mechanik die passenden Töne dazu.

Der Einsatz in der frühen EDV war dann der nächste Schritt.  Es wurde definiert, wie die Informationen abgelegt werden, um Sie später wieder Lesen zu können. Ob nun mechanisch oder auch manuell (mit etwas Übung). Die Informationen wurden mit einem sogenannten Lochkartenstanzer in die Lochkarte „gestanzt“ und mit einem Lochkartenleser wieder gelesen. Der Stanzer war ein rein mechanisches Gerät, das über eine Tastatur verfügte. Wenn man einen Buchstaben tippte, wurden die passenden Löcher eingestanzt, was einen ziemlichen Lärm verursachte. Auf solch eine Lochkarte passten je nach Ausführung bis zu 80 Zeichen. Das konnten z. Bsp. eine Adresse oder auch Bestellinformationen sein. Auf Grund dieser Größenbeschränkungen musste sehr gründlich definiert werden, was auf einer solchen Lochkarte abgespeichert werden sollten (Stichpunkt Speicherplatzprobleme!).

Kleine Anekdote:

Zu meiner Zeit wurden auch Abläufe auf Lochkarten gespeichert, sog. Batch-Jobs (=Stapelverarbeitungsjobs). Dort wurden Anweisungen definiert. Jede Anweisung wurde auf 1 Lochkarte gespeichert. Wichtig für die spätere Ausführung war immer die Reihenfolge, in der die Lochkarten gestanzt sind. Es war viel Arbeit, diese Batch-Jobs zu definieren.

Ich hatte einmal einen größeren Job definiert, alle Lochkarten dazu in einen Karton getan (2000-3000 Stück!) und war auf dem Weg zum Rechenzentrum, als mir der Karton herunterfiel und die Lochkarten sich schön über den Fussboden verteilten!

Ich habe mehrere Stunden damit verbracht, die Lochkarten wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen ;-) . Danach habe ich immer noch einen Deckel auf den Karton gemacht und diesen zugeklebt. Man kann sich denken, warum!

Wenn Ihr mehr über die Lochkarten erfahren wollt, empfehle ich Euch, bei Wikipedia nachzulesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lochkarte

Das steht noch vieles mehr dazu. Ziemlich interessant wie ich finde.

Viel Spaß

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